Youtube Videos sind der Renner, wenn es um die Verbreitung viraler Botschaften im Web geht – stellte Thomas Pleil fest, als die Kandidaten in den USA Anfang 2007 ihren Wahlkampf begannen. Und auch im diesjährigen Superwahljahr sind die kleinen Filmchen wieder der Bringer, stellte unlängst der Dienst videocounter fest. Insbesondere die SPD und die Grünen profitierten vom Hang zum Video.
Interessant aber auch die absoluten Abrufzahlen von youtube-Videos mit einem Wahlkampf-Hintergrund:
März: rd. 95.000
April: rd. 230.000
Mai: rd. 700.000
Juni: rd. 195.000 (bis 07. Juni)
Vergleicht man diese Zahlen mit der Nutzung von anderen Vermittlungsformen des web 2.0, etwa twitter oder auch Social Network-Plattformen, so wird schnell klar: youtube punktet auch in Deutschland in diesem Jahr extrem stark. Das Internet scheint damit als schnelle und neuartige Verbreitungsplattform für das “althergebrachte” Format Wahlkampfspot zu dienen.
Doch es geht noch weiter: Alle Parteien versuchen auch dem neuen Medium angepaste Formate zu finden. So etwa die FDP mit ihrem Duo “Fricke und Solms”. Leider laufen die beiden immer noch auf dem Freaktinoseigenen Sender “tvliberal” und nicht in einem eigenen Kanal – hier wäre Kultstatus mittlerweile garantiert. Daneben gibt es Abgeordnete die selbst drehen und kurze Filmchen live stellen, so etwa Jörn Thiessen von der SPD-Bundestagsfraktion.
Neben diesen authentischen Einblicken in den Alltag der Politiker sind es vor allem oft humoristische Einlagen die Zuschauer bringen «Die meisten Filme sind nicht sehr aufwendig produziert», sagt der Leiter des Online-Wahlkampfes der Grünen, Robert Heinrich, über das Video-Konzept der Partei. «Sie leben vor allem von Witz, Originalität und Authentizität.»
Auch bei FDP und CDU gibt man sich überzeugt von der positiven Wirkung der Videos im netz – Budgets allerdings wollte selbst der Sueddeutschen niemand verraten…

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