Dienstag, Juni 23rd, 2009

Das Gesetz gegen Internetpornographie wird für die SPD langsam aber sicher zum Desaster in ihrem so gut geplanten Online-Wahlkampf. Die “Community”, spd-nahe politische Aktivisten im Netz, brechen ihre Treue und bleiben den Gremien und Websites der Partei fern. Sascha Lobo stellte bereits seine Tätigkeit ein, Björn Böhning äußerte massive Kritik am “placebohaften” Vorgehen seiner Partei in Sachen Internetsperren. Jörg Tauss, ehemals SPD-MdB, war da konsequenter und trat aus der SPD aus und definiert sich nunmehr als “der Piratenpartei nahe stehend”.

Zumindest die 140.000 Unterstützer der Petition um “zensursula” werden keine SPD-Wähler mehr sein – offen ist, wie viele noch hinzukommen. Schaut man sich die Wahlergebnisse der Piratenpartei – jüngst von ZEIT (in der Printausgabe) veröffentlicht – deutschlandweit an, so wird deutlich: vor allem Städte mit jungen und gebildeten Menschen sowie Universitäten schnitten gut ab. Gut meint dabei 1-2 Prozent. Das sind aber einmal mehr 1-2 Prozent der Wähler – wie bereits gesagt gut gebildete junge Menschen, die als Multiplikatoren im Netz agieren – die der SPD verloren gehen.

Einmal mehr wurde damit das Internet in seiner politischen Macht und dem Gestaltungswillen seiner Nutzer unterschätzt. Die Konsequenzen sind in ihrer ganzen Tragweite noch nicht abzusehen aber klar wurde vor allem: die alte Dame SPD hat sich keinen Gefallen getan…


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