Montag, November 24th, 2008

Ohne Zweifel wird das Internet bei Barack Obama auch in seiner Amtszeit eine wichtige Rolle einnehmen. Insgesamt 10 Millionen Unterstützer befinden sich in seiner Datenbank und knapp jeder Dritte davon hat auch gespendet – eine unglaubliche hohe Aktivität.
Nunmehr steht auch fest, dass Obama seine Kontakte auch nach seiner Wahl zum Präsident weiter pflegen wird und die Wähler in seine Tätigkeit einbinden wird. Auf der Seite change.gov finden sich erste Ansätze dazu.
Gefordert wird bereits, die “Internet-Community” auch an der Bearbeitung von Gesetzesvorlagen teilhaben zu lassen. So könne Obama mit einer Vielzahl von Unterstützern im Rücken gegen etwaige Ablehnung in den Parlamenten stehen. Was sich schön anhört, ist demokrathietheoretisch bedenklich: nicht alle Amerikaner sind im Internet vertreten, der “digital divide” zieht sich entlang der sozialen Schichten in den USA. Zudem würden die durch die Verfassung mit politischer Macht ausgestatteten Institutionen ausgehebelt. Das zumindest befürchten Kritiker.
Anders sieht es aus, wenn man das Internet als “Medium” der heimlichen 4. gewalt einer jeden Demokratie zurechnet: der Öffentlichkeit. Dann hat diese Öffentlichkeit ein neues Sprachrohr gefunden, nämlich das Internet. Nicht absolut, sondern ergänzend zu den bisher vorhandenen Medien. Und dann ist Obama tatsächlich der Internet-Präsident, wie Rooselvelt der Radio-Präsident und Kennedy der TV-Präsident waren. Ein verzerrtes Meinungsbild war so zu allen Zeiten möglich, im Internet wird zumindest die Quelle transparent…



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